Abstract ICANN-Dissertation

Abstract "Icann"

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Die Regulierung des Internets zwischen technischer Koordination und politischer Steuerung: Eine explorative Einzelfallstudie am Beispiel der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers zur Rolle privater Akteure in den internationalen Beziehungen.

Marc Holitscher

Wie kann erklärt werden, dass die globale Autorität zur Verwaltung der bestandeswichtigen Ressour-cen des Internets einer privaten internationalen Organisation mit Sitz im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien übertragen wurde? Gemäss der bisherigen Regelungsgeschichte transnationaler Kommunikationstechnologien hätte man eine zwischenstaatliche Lösung erwartet. Die vorliegende Dissertation zur Entstehung und Entwicklung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) kombiniert zur Beantwortung dieses Rätsels aktuelle Ansätze der Global Governance-Literatur mit Aspekten der positiven Regulierungstheorie. In Abgrenzung vom dominierenden Selbstregelungsoptimismus hinsichtlich privater Akteure wird das Erklärungsmodell um neuere Machtansätze erweitert. Die Untersuchung zeigt auf, dass die US-Regierung ihre institutionellen Präferenzen zur Verwaltung des Domain Namen Systems weit gehend durchsetzte. Den Grundstein für ihren Erfolg legte die geschickte Instrumentalisierung einer dem Zeitgeist entsprechenden Selbstregulierungseuphorie. Im Zentrum stand die als soft power beschriebene Fähigkeit, die politische Agenda entlang den eigenen Wertvorstellungen zu gestalten. Somit wird der These vom Untergang des Nationalstaates in einem globalisierten Umfeld widersprochen. Im Gegenteil werden weniger gut sichtbare staatliche Strategien wie die gezielte Delegation von Regelungsautoritäten an nicht-staatliche Akteure oder das so genannte Forum-Shopping wichtiger.

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